Beispielhafte interkommunale Zusammenarbeit Leihgabe geht mit Dank zurück nach Kreuztal

Nach einem dreiviertel Jahr wird die Kreuztaler Drehleiter nun wieder zurück an die Kommune übergeben

Ein großer Dank geht von Erndtebrück nach Kreuztal, Grund dafür ist die Leihgabe einer Drehleiter.

Das Thema Drehleiter ist in diesem Jahr ein Prägendes für die Gemeinde Erndtebrück. 2020 erreichten die Edergemeinde gleich zwei große Neuzugänge: Am 13. Januar empfing Erndtebrück die Leihgabe der Kreuztaler Feuerwehr, am 6. Juni kam die die lang ersehnte eigene Neuanschaffung in Erndtebrück an. Von diesem Zeitpunkt an, beherbergte das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Erndtebrück nun zwei Fahrzeuge mit Drehleiterkorb. Nun gibt es einen erneuten Wechsel im Fuhrpark der Gemeinde: Die Drehleiter der Kreuztaler Feuerwehr verlässt nun nach knapp 9 Monaten gutem Dienst Erndtebrück.

Beim Zusammenkommen der Bürgermeister und der Feuerwehr-Leitungen in Erndtebrück lobten zunächst alle die gute interkommunale Zusammenarbeit. „Hierfür können wir nur einen großen Dank an die Kolleginnen und Kollegen der Freiwilligen Feuerwehr Kreuztal richten. Die direkte Hilfe und Bereitstellung eines solchen Fahrzeugs sind bei weitem keine Selbstverständlichkeit.“  betonte Karl Friedrich Müller, der Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Erndtebrück.  „Ich finde es wichtig, dass wir Kommunen uns in solchen Notsituationen gegenseitig aushelfen und unterstützen. Unsere Drehleiter nicht anzubieten stand jederzeit außer Frage!“ bestätigt Bürgermeister Walter Kiß die Hilfsbereitschaft der Nachbarkommune.

Da die Gemeinde Erndtebrück über sechs drehleiter-pflichtige Gebäude verfügt, war die Bereitstellung einer Drehleiter für die Zwischenzeit unabdingbar. Gerade um auch die Nachbarkommunen Bad Berleburg und Bad Laasphe zu entlasten, bzw. unterstützen zu können.  Durch die gute Zusammenarbeit der beiden Feuerwehren und der Bürgermeister, Walter Kiß und Henning Gronau konnte für den Übergang, bis zur Ankunft der eigenen Drehleiter, eine gute Lösung gefunden werden.

Auch Henning Gronau bezeichnete die Übergabe der Drehleiter als ‚absoluten Glücksfall‘. „Diese Leihgabe ist ein gutes Beispiel für funktionierende interkommunale Zusammenarbeit. Wir bedanken uns bei Walter Kiß und der Kreuztaler Feuerwehr für ihr Entgegenkommen, sodass die Sicherheit für unsere Gemeinde jederzeit geben war. “ führte der Bürgermeister der Edergemeinde weiter aus. Wehrführer Berthold Braun der Kreuztaler Feuerwehr bestätigt außerdem auch den funktionalen Charakter der Leihgabe: „Auch für das Fahrzeug selbst ist die weiterlaufende Nutzung positiv. So bleibt die Mechanik in Bewegung.“

Und diese Beweglichkeit wurde prompt eingesetzt: Jens Maletschek, stellv. Zugführer im Zug 1 in Erndtebrück erinnert sich: „Gleich am ersten Abend als die Drehleiter Erndtebrück erreichte, wurde diese in den Abendstunden direkt zu ihrem ersten Einsatz auf Erndtebrücker Gebiet alarmiert. Dementsprechend war die Übergabe eine Punktlandung, für die wir uns sehr glücklich schätzen dürfen.“ Außerdem kommentiert er die anschließenden Tage: „Da wurde der Motor nicht mehr kalt.“

Seit Mitte Juni haben die Erndtebrücker nun ihr eigenes Fahrzeug. Die Neuanschaffung: DLK 23-12, eine Drehleiter der Firma Magirus. Für die Bürgerinnen und Bürger der Edergemeinde bedeutet die Drehleiter schnellere Ausrückzeiten der Kameradinnen und Kameraden, verbunden mit besserer Hilfeleistung.

Einarbeitung
Um dieses hochfunktionale Fahrzeug auch vollständig nutzen zu können, fanden in den letzten Wochen für einige Kameradinnen und Kameraden viele Stunden der Einarbeitung und Umschulung auf das neue Fahrzeug statt. In Erndtebrück können nun 10 Leute die neue Drehleiter von Magirus bedienen. Hierzu gehören der Umgang mit der Steuerung, sowie die Handhabung in den verschiedenen Einsatzlagen.
Um in ein Fahrzeug dieses Kalibiers eingearbeitet zu sein, durchlaufen die Kameradinnen und Kameraden eine 35 Stunden lange Ausbildung, um anschließend gut gerüstet für Einsätze zur Verfügung stehen zu können.

Übung
Viele Erndterbrücker Bürgerinnen und Bürger konnten die neue Drehleiter mittlerweile nicht nur bei der Begrüßung, sondern auch bei einigen Übungen live erleben. Um das Erlernte auch praktisch auf alle drehleiterpflichtigen Gebäuden der Gemeinde Erndtebrück anwenden zu können, werden derzeit einige Testdurchläufe geprobt, beispielsweise in der Marburger Straße. Da diese Praxis besonders wichtig ist, um in tatsächlichen Gefahrensituationen sicher und kontrolliert vorgehen zu können, hoffen die Freiwillige Feuerwehr und die Gemeinde Erndtebrück auf das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger.

Gut geputzt und frisch poliert nahmen die Herren aus Kreuztal ihre Drehleiter bei der Übergabe in Empfang. „Mit viel Dank und in bestem Zustand zurück!“ übergaben Henning Gronau, Karl Friedrich Müller und Jens Maletschek die Leihgabe an die Kreuztaler, Walter Kiß und Berthold Braun, zurück.

Das Zusammenkommen nutzten die Kollegen außerdem auch zum Austausch über den aktuellen Stand in den jeweiligen Kommunen und Feuerwehren. Die positive Bilanz: Die Feuerwehren berichten momentan auf beiden Seiten von entscheidend weniger Einsätzen.